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<title>Der Herr Karl</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Der Herr Karl</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Der Herr Karl</b> ist ein knapp einstündiger, zwischen <a href="Theaterst%C3%BCck" class="mw-redirect" title="Theaterstück">Theaterstück</a> und <a href="Kabarett" title="Kabarett">Kabarett</a> angesiedelter <a href="Monolog" title="Monolog">Monolog</a>, der 1961 von <a href="Helmut_Qualtinger" title="Helmut Qualtinger">Helmut Qualtinger</a> und <a href="Carl_Merz" title="Carl Merz">Carl Merz</a> geschrieben wurde. Das Ein-Personen-Stück, das zunächst mit Qualtinger als Darsteller für das <a href="ORF" class="mw-redirect" title="ORF">österreichische Fernsehen</a> verfilmt (Regie: <a href="Erich_Neuberg" title="Erich Neuberg">Erich Neuberg</a>, Erstausstrahlung am 15. November 1961<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und anschließend auf zahlreichen Bühnen aufgeführt wurde, sorgte in <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a> für heftige Kontroversen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<p>Der Feinkostmagazineur <i>Herr Karl</i>, der <a href="Antiheld" title="Antiheld">Antiheld</a> des Stücks, erzählt einem jungen Menschen, dem Zuschauer, seine Lebensgeschichte, während er bei der Arbeitszeit im Lager eines Feinkostgeschäftes sitzt. Dabei entpuppt sich der Erzähler zunehmend als <a href="Opportunismus" title="Opportunismus">opportunistischer</a> Mitläufer aus dem kleinbürgerlichen Milieu, der sich im wechselhaften Gang der österreichischen Geschichte vom <a href="Zusammenbruch_der_Habsburgermonarchie" class="mw-redirect" title="Zusammenbruch der Habsburgermonarchie">Ende des Ersten Weltkriegs</a> bis zum Ende der <a href="Besatzungszeit_in_%C3%96sterreich" class="mw-redirect" title="Besatzungszeit in Österreich">Besatzungszeit</a> in den 1950er Jahren durchs Leben manövriert hat.
</p><p>Auf den ersten Blick lässt sich Herr Karl als typischer Wiener, <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">katholisch</a> und freiheitsliebend, als ewiger Raunzer charakterisieren. Als repräsentativer <a href="Kleinb%C3%BCrger" title="Kleinbürger">Kleinbürger</a> verkörpert er die <i><a href="Vox_populi" class="mw-redirect" title="Vox populi">vox populi</a></i>, die Stimme des Volkes. Äußerlich erscheint Herr Karl als netter, ehrlicher, aber naiver Kerl mit liebem Blick. Doch nach und nach erfährt der Zuschauer von dem Opportunisten, der sich hinter dieser Fassade der Gemütlichkeit verbirgt.
</p><p>Als im <a href="St%C3%A4ndestaat_(%C3%96sterreich)" title="Ständestaat (Österreich)">Ständestaat</a> 1934 die <a href="Klerikalfaschismus" title="Klerikalfaschismus">klerikalfaschistische</a> Diktatur errichtet wurde, wird Herr Karl, der bis dahin <a href="Sozialdemokratische_Partei_%C3%96sterreichs" title="Sozialdemokratische Partei Österreichs">Sozialist</a> war, zu einem Mitläufer der <a href="Christlichsoziale_Partei_(%C3%96sterreich)" title="Christlichsoziale Partei (Österreich)">Christlichsozialen</a>. Nach dem <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">Anschluss Österreichs</a> 1938 wechselt er sofort in das politische Lager der <a href="Nationalsozialisten" class="mw-redirect" title="Nationalsozialisten">Nationalsozialisten</a>. Nach 1945 bemüht er sich, den <a href="Besetztes_Nachkriegs%C3%B6sterreich" title="Besetztes Nachkriegsösterreich">Besatzungsmächten</a> dienlich zu sein. Herr Karl nutzt jedoch nicht nur die Anpassung seiner politischen Meinung, um Vorteile zu erlangen: Der <a href="Egoismus" title="Egoismus">Egoismus</a> zieht sich durch sein gesamtes Leben. Er selbst schätzt sich als <i>Mann von Welt</i> ein, der Zuschauer lernt ihn aufgrund des Verhaltens gegenüber seinen Mitmenschen als skrupellosen Profiteur, Drückeberger und Anpasser kennen. Seine Kaltherzigkeit erlaubt es ihm, keine Gelegenheit auszulassen, bei der er andere Leute ausnutzen konnte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirkungsgeschichte">Wirkungsgeschichte</h2></div>
<p>Nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> wurde in Österreich die Beteiligung großer Teile der Bevölkerung am NS-Regime und der tief sitzende Antisemitismus nicht thematisiert, stattdessen galt Österreich laut <a href="Opferthese" title="Opferthese">Opferthese</a> als erstes Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Ausstrahlung von <i>Der Herr Karl</i> am 15. November 1961 im ORF durchbrach diesen „Schweigebann über die Vergangenheit“. „In der Darstellung des typischen Wiener Opportunisten wurde die Seele der DurchschnittsösterreicherInnen getroffen. Empörte LeserInnenbriefe sahen sich als die MitläuferInnen des Nationalsozialismus falsch dargestellt.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Man hatte einem bestimmten Typus auf die Zehen treten wollen, und eine ganze Nation schrie: Au!“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Hans Weigel</span></div></div>
<p>Qualtinger und Merz spielten in satirischer Weise mit der Empörung, die der von ihnen ausgelöste Proteststurm mit sich brachte, und fügten in der Buchveröffentlichung des Herrn Karl an den Text noch eine Reihe von fiktiven Zuschriften von braven österreichischen Bürgern an, die sich alle als Brüder im Geiste des ewigen Opportunisten erweisen. Heute zählt das Stück zu den Klassikern der Nachkriegszeit.
</p><p>Der Publizist und Kritiker <a href="Hans_Weigel" title="Hans Weigel">Hans Weigel</a> beschrieb den <i>Herrn Karl</i> als „menschlichen Zustand österreichischer Färbung“; das <a href="Lexikon_der_Weltliteratur" title="Lexikon der Weltliteratur">Lexikon der Weltliteratur</a> bezeichnet ihn als „die Figur des miesen Jedermann“.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wahrscheinlich haben mehrere authentische Gestalten als <a href="Vorbild" title="Vorbild">Vorbilder</a> für den Herrn Karl gedient; vor allem <a href="Hannes_Hoffmann" title="Hannes Hoffmann">Hannes Hoffmann</a> – damals Inhaber des Künstlertreffs <i><a href="Gutruf" title="Gutruf">Gutruf</a></i>, in dem auch Qualtinger verkehrte – wird in diesem Zusammenhang genannt. Die Verbindungen zur Entwicklung der öffentlichen Meinung in Österreich sind offensichtlich. Qualtinger und Merz haben mit ihrem Herrn Karl den Durchschnittsbürger als <a href="Mitt%C3%A4ter" class="mw-redirect" title="Mittäter">Mittäter</a> dargestellt. Aber ungeachtet seiner unerquicklichen Züge wirkt der Herr Karl auch durchaus sympathisch, damit steht das Drama durchaus im Bezug zur These von der „<a href="Eichmann_in_Jerusalem" title="Eichmann in Jerusalem">Banalität des Bösen</a>“, wie sie <a href="Hannah_Arendt" title="Hannah Arendt">Hannah Arendt</a> aufgestellt hat.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der <a href="Nestbeschmutzer" title="Nestbeschmutzer">Nestbeschmutzer</a> Qualtinger wurde mit dem <a href="Monodrama" title="Monodrama">Monodrama</a> über Nacht berühmt und der <i>Herr Karl</i> zur Kultfigur. Nach Qualtinger haben den Egoisten, Opportunisten, Zyniker, Kleinbürger und Kleinbetrüger u.&nbsp;a. Nikolaus Haenel, <a href="Ernst_Konarek" title="Ernst Konarek">Ernst Konarek</a>, <a href="Erwin_Steinhauer" title="Erwin Steinhauer">Erwin Steinhauer</a>, <a href="Heribert_Sasse" title="Heribert Sasse">Heribert Sasse</a>, <a href="Martin_Zauner" title="Martin Zauner">Martin Zauner</a> (zum hundertjährigen Jubiläum der <a href="Wiener_Kammerspiele" class="mw-redirect" title="Wiener Kammerspiele">Wiener Kammerspiele</a> 2010, wo ihn auch Helmut Qualtinger 1962 gespielt hatte), <a href="Klaus_Rott" title="Klaus Rott">Klaus Rott</a>, <a href="Alexander_Wikarski" title="Alexander Wikarski">Alexander Wikarski</a> und als <a href="Leseinszenierung" title="Leseinszenierung">szenische Lesung</a> auch <a href="Hilde_Sochor" title="Hilde Sochor">Hilde Sochor</a> gespielt.
</p><p>Im Jahr 2010 wurde das Stück von <a href="Nikolaus_Habjan" title="Nikolaus Habjan">Nikolaus Habjan</a> als Puppenspiel adaptiert und im Wiener <a href="Schubert_Theater" title="Schubert Theater">Schubert Theater</a> aufgeführt.
</p><p>Der Monolog wurde ein weiteres Mal mit <a href="Klaus_Rott" title="Klaus Rott">Klaus Rott</a> als <i>Herr Karl</i> verfilmt. Im Jahre 2022 hatte die Neuverfilmung ihre Wienpremiere im Metro Kino<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und wurde dann im Oktober 2024 von ORF III ausgestrahlt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Oktober 2020 feierte <a href="Andreas_Vit%C3%A1sek" title="Andreas Vitásek">Andreas Vitásek</a> mit seiner Interpretation des <i>Herrn Karl</i> am <a href="Rabenhof_Theater" title="Rabenhof Theater">Rabenhof Theater</a> in Wien Premiere,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ein Live-Mitschnitt vom November 2021 erschien in der <i>Edition <a href="%C3%961" class="mw-redirect" title="Ö1">Ö1</a></i>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als <a href="Graphic_Novel" title="Graphic Novel">Graphic Novel</a> wurde <i>Der Herr Karl</i> von Christian Qualtinger, Helmut Qualtingers Sohn, und <a href="Reinhard_Trinkler" title="Reinhard Trinkler">Reinhard Trinkler</a> umgesetzt und im <a href="Amalthea_Signum_Verlag" title="Amalthea Signum Verlag">Amalthea Signum Verlag</a> 2014 veröffentlicht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Das_Stück"><span id="Das_St.C3.BCck"></span>Das Stück</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sprache">Sprache</h3></div>
<p>Der Herr Karl variiert zwischen seinem typisch <a href="Wienerisch" title="Wienerisch">wienerischen</a> Dialekt und der – nicht beherrschten – Hochsprache.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bühnenraum"><span id="B.C3.BChnenraum"></span>Bühnenraum</h3></div>
<p>Der Keller eines Lebensmittelladens bietet die Kulisse für die Erzählungen des Herrn Karl. Zwischen Regalen voller Konserven und Flaschen spricht er über Gott und die Welt und über seine Zeit vor, während und nach dem Krieg.
</p><p>Dieses <a href="B%C3%BChnenbild" title="Bühnenbild">Bühnenbild</a> wirkt begrenzt und eng.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kostüme"><span id="Kost.C3.BCme"></span>Kostüme</h3></div>
<p>Herr Karl trägt fast durchgehend seinen Hut. Zur Entstehungszeit des Stücks stellte der Hut noch ein gängiges Kleidungsstück dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historische_Ereignisse_und_Personen_im_Stück"><span id="Historische_Ereignisse_und_Personen_im_St.C3.BCck"></span>Historische Ereignisse und Personen im Stück</h2></div>
<p>Herr Karl erwähnt in seinem einstündigen Monolog zahlreiche <a href="Historisches_Ereignis" title="Historisches Ereignis">historische Ereignisse</a> und Personen:
</p>
<dl><dt><b><a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Erster Weltkrieg</a></b></dt>
<dd>„Österreich hat sich erst langsam aus die Wunden, die ihm der Erste Weltkrieg geschlagen hat, erholt.“</dd>
<dt><b><a href="Gemeindebau" title="Gemeindebau">Gemeindebau</a></b></dt>
<dd>„I maan, a Gemeindebauwohnung hob i jo ghobt.“</dd>
<dt><b>1. März 1925: Einführung des <a href="%C3%96sterreichischer_Schilling" title="Österreichischer Schilling">Schillings</a></b></dt>
<dd>„Es woa a schreckliche Zeit. Inflation…“</dd>
<dd>„I maan, da Schilling hot schon an Wert g'habt…aber er war net zum dawischen.“</dd>
<dt><b>1927 <a href="Justizpalastbrand" class="mw-redirect" title="Justizpalastbrand">Justizpalastbrand</a></b></dt>
<dd>„Eine unruhige Zeit… Man hat nie gewusst, welche Partei die stärkere ist. Man hat sich nie entscheiden können, wo man eintritt…“</dd>
<dd>„Dann is des historische Jahr 26 kommen, mit den <a href="Justizpalastbrand" class="mw-redirect" title="Justizpalastbrand">Brand vom Justizpalast</a> […] 27 woa’s“</dd>
<dt><b>30er Jahre <a href="Weltwirtschaftskrise" title="Weltwirtschaftskrise">Weltwirtschaftskrise</a>, Arbeitslosigkeit</b></dt>
<dd>„In der Krise hat er si derschossen, der alte Herr Feinkost-Wawra.“</dd>
<dd>„Wer steht schon auf ihr Göd. In de 30er Joa bitte. Do hot ma kaans ghobt.“</dd>
<dd>„Do woa i sehr oft arbeitslos. Hackenstad.“</dd>
<dd>„I bin damals an Sparverein beigetreten… bin Kassier woan. Aber des war a Leichtsinn. Wissen S', dass de mi fast einsperren hätten lassen? Da ham s' mir vurgworfen, mit de Konten… Wissen S', was des is, a Konto? Wenn man von einem Konto auf ein anderes… Nein, das kann ich Ihnen als Laien net so erklären.“</dd>
<dt><b>1923/24–1934 <a href="Republikanischer_Schutzbund" title="Republikanischer Schutzbund">Schutzbund</a> (ab 1934 verboten)</b></dt>
<dd>Demonstration für den Schutzbund</dd>
<dd>„Bis 34 war i Sozialist, wor aa ka Beruf.“</dd>
<dt><b>1919–1936 <a href="Heimwehr" title="Heimwehr">Heimwehr</a></b></dt>
<dd>Demonstration für die Heimwehr:</dd>
<dd>„Später dann bin i demonstrieren gangen für die Schwarzen. Für die Hahnenschwanzler. Heimwehr. Hab i fünf Schilling kriagt. Dann bin i ummi zum -zu de Nazi. Da hab i aa fünf Schilling kriagt. Na ja, Österreich war immer unpolitisch. Aber a bissel a Geld is z'sammkummen, net?“</dd>
<dt><b>1938 <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">„Anschluss“</a></b> (<a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Hitler</a> marschiert in Österreich ein)</dt>
<dd>„Dann is eh da Hitler kummen. […] Wann san Se geboren? 38? […] Samma olle – na, i waaß no – am Ring und am Heldenplatz g'standen. De Polizistn mit de Hakenkreuzbinden – fesch! Furchtbar, furchtbar, ein Verbrechen, wie diese gutgläubigen Menschen in die Irre geführt wurden!!“</dd>
<dd>„Man hat eine gewisse Größe gespürt.“</dd>
<dd>„De Deitschen sand einmarschiert mit klingendem Spiel.“</dd>
<dt><b><a href="J%C3%BCdisches_Leben_in_Wien" title="Jüdisches Leben in Wien">Antisemitismus</a></b></dt>
<dd>„Da war a Jud im Gemeindebau, a gewisser Tennenbaum. Sonst a netter Mensch. Da ham's so Sachen gegen de Nazi g'schrieben auf de Trottoir… und der Tennenbaum hat des aufwischen müssen. Net er allan, de anderen Juden eh aa… i hab ihm hingführt, dass ers aufwischt. Der Hausmeister hat glacht, er war immer bei a Hetz dabei.“</dd>
<dd>„Existenzen wurden damals aufgebaut, Gschäften arisiert. Häuser, Kinos! I hab nur an Juden g'führt. I war ein Opfer. Andere san reich worden; I war a Idealist.“</dd>
<dt><b><a href="Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt" title="Nationalsozialistische Volkswohlfahrt">Nationalsozialistische Volkswohlfahrt</a> (NSV)</b></dt>
<dd>als Fürsorgeorganisation der NSDAP gegründet;</dd>
<dd>„Na was war i scho?. Bei da NSV. Hat si kaner was denkt, wenn er dazua gangen ist.“</dd>
<dt><b><a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiter Weltkrieg</a></b></dt>
<dd>„Ich sag ihnen, ich habe im Traum den Zweiten Weltkrieg vorausgesehn.“</dd>
<dd>„Mia hoben a Kaserne in da Nähe ghobt. Do hob i imma schon ghert das sovü Soldoten – deitsche Soldoten – aus und eingehn im Gemeindebau.“</dd>
<dd>„I woa jo beim Luftschutz.“</dd>
<dt><b>1945 Kriegsende</b></dt>
<dd>„Nochn Kriag is er zurückgekommen. Der Tennenbaum. Ich grüße ihn. Er schaut mich net an. Hab i ma denkt: na bitte, jetzt is er bees, der Tennenbaum. Dabei: Irgendwer hätt's ja wegwischen müssen!“</dd>
<dt><b>30. November 1945 <a href="W%C3%A4hrungsreformen_in_%C3%96sterreich" title="Währungsreformen in Österreich">Währungsreform</a> bzw. 1947 Abwertung</b></dt>
<dd>„… was i damals in a Nachtlokal gekommen bin, da hobns olle glaabt, i bin a Lord. Und daun is de Währungsreform kummen. Do hob i wida olle Lust verloren zum Leben.“</dd>
<dt><b>1945–1955 <a href="Besetztes_Nachkriegs%C3%B6sterreich" title="Besetztes Nachkriegsösterreich">Besatzungszeit</a></b></dt>
<dd>„Und daun sand de Russen kemma. No i bin seehr gut mit ihnen auskemma. Hob de Russn extra in mei Wohnung gführt: Komm tawarisch, idi siuda, hob 's Hitler Büd pockt, auf d' Erd ghaut, drauf herum getrampelt, hobns gsagt „karascho“ und san gangan, ned?“</dd>
<dd>„A poa Monat späta, wer glaubns, wer kummen sand? De Amerikaner! Na das war eine Erlösung!!“</dd>
<dt><b>15. Mai 1955 <a href="%C3%96sterreichischer_Staatsvertrag" title="Österreichischer Staatsvertrag">Staatsvertrag</a></b></dt>
<dd>„Gfreit hob i mi schon an dem Tog. Wo ma endlich den Stootsvertrog griagt hoben. Da hab ich mir gedacht: Auch das habe ich jetzt geschafft.“</dd>
<dt><b><a href="Ignaz_Seipel" title="Ignaz Seipel">Ignaz Seipel</a> (1876–1932)</b></dt>
<dd>„De ganzen Bundeskanzler wia s' da warn… Der Seip… der Bur… der Scho …na, da blade… Na helfn’s ma. Sie ham des doch g'lernt. Na is ja wurscht, aber bein <a href="Heurigen" class="mw-redirect" title="Heurigen">Heirign</a>, do hat's Persönlichkeiten geben: der Petzner-Masl, Woitschkerlbuam, Korschinek Vickerl, Nezwerka Pepi…“</dd>
<dt><b><a href="Leopold_Figl" title="Leopold Figl">Leopold Figl</a> (1902–1965)</b></dt>
<dd>„Daun is er herausgetreten der Herr Bundes… Poidl, …“</dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Marijan Bobinac: Der Bockerer und der Herr Karl. Das österreichische Volksstück in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten. In: <i>Zagreber Germanistische Beiträge</i> 1 (1992), S.&nbsp;53–64.</li>
<li>Fiona Steinert, <a href="Heinz_Steinert" title="Heinz Steinert">Heinz Steinert</a>: Reflexive Menschenverachtung: die Wienerische Variante von Herrschaftskritik. Der Herr Karl – ein echter Wiener geht nicht unter. In: <i>Österreich 1945–1995. Gesellschaft, Politik, Kultur</i>. Hg. v. <a href="Reinhard_Sieder" title="Reinhard Sieder">Reinhard Sieder</a>, Heinz Steinert u. <a href="Emmerich_T%C3%A1los" title="Emmerich Tálos">Emmerich Talós</a>. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, S.&nbsp;236–249.</li>
<li><a href="Alfred_Pfabigan" title="Alfred Pfabigan">Alfred Pfabigan</a>: «Orgien im Gemeindebau». Der Herr Karl als Zeitgenosse. In: <i>Österreich (1945–2000). Das Land der Satire</i>. Hg. v. Jeanne Benay u. <a href="Gerald_Stieg" title="Gerald Stieg">Gerald Stieg</a>. Bern, Wien: Lang 2002, S.&nbsp;57–80.</li>
<li><a href="Volker_K%C3%BChn_(Regisseur)" title="Volker Kühn (Regisseur)">Volker Kühn</a>: Quasi Karl Jedermann. Der Herr Karl – ein starkes Satirestück, das seinesgleichen sucht. In: <i>Helmut Qualtinger. Die Arbeiten für Film und Fernsehen</i>. Hg. v. Günter Krenn. Wien: Filmarchiv Austria, S.&nbsp;93–105.</li>
<li>Osman Durrani: Die Masken des Herrn Karl: Das österreichische Kabarett der Nachkriegszeit. In: <i>Hundert Jahre Kabarett. Zur Inszenierung gesellschaftlicher Identität zwischen Protest und Propaganda</i>. Hg. v. Peter Sprengel u. Joanne McNally. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 2003, S.&nbsp;116–126.</li>
<li><a href="Georg_Biron" title="Georg Biron">Georg Biron</a>: <i>Quasi Herr Karl. Helmut Qualtinger. Kultfigur aus Wien.</i> Inkl. Audio-CD „Gibt es den Herrn Karl wirklich?“ Braumüller Verlag, Wien 2011. ISBN 978-3-99100-046-4.</li>
<li><a href="Winfried_R._Garscha" class="mw-redirect" title="Winfried R. Garscha">Winfried R. Garscha</a>: <cite style="font-style:italic">Südtirol und das Wien des <i>Herrn Karl</i></cite>. In: <a href="Georg_Grote_(Historiker)" title="Georg Grote (Historiker)">Georg Grote</a>, <a href="Hannes_Obermair" title="Hannes Obermair">Hannes Obermair</a>, Günther Rautz (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">„Un mondo senza stati è un mondo senza guerre“. Politisch motivierte Gewalt im regionalen Kontext</cite> (=&nbsp;<cite style="font-style:italic">Eurac book 60</cite>). <a href="Eurac_Research" title="Eurac Research">Eurac.research</a>, Bozen 2013, ISBN 978-88-88906-82-9, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>167–179</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Der+Herr+Karl&amp;rft.atitle=S%C3%BCdtirol+und+das+Wien+des+Herrn+Karl&amp;rft.au=Winfried+R.+Garscha&amp;rft.btitle=%E2%80%9EUn+mondo+senza+stati+%C3%A8+un+mondo+senza+guerre%E2%80%9C.+Politisch+motivierte+Gewalt+im+regionalen+Kontext&amp;rft.date=2013&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9788888906829&amp;rft.pages=167-179&amp;rft.place=Bozen&amp;rft.pub=Eurac.research&amp;rft.series=Eurac+book+60" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a href="Johann_Sonnleitner_(Germanist)" title="Johann Sonnleitner (Germanist)">Johann Sonnleitner</a>: Carl Merz und Helmut Qualtinger: <i>Der Herr Karl</i> (1961). In: <i>Grundbücher der österreichischen Literatur</i>, 3. Lfrg. Hg. v. <a href="Klaus_Kastberger" title="Klaus Kastberger">Klaus Kastberger</a> u. <a href="Kurt_Neumann_(Literaturkritiker)" title="Kurt Neumann (Literaturkritiker)">Kurt Neumann</a> unter Mitarbeit v. Stefan Maurer u. David Wimmer. Wien: Zsolnay 2019 (=&nbsp;<i>Profile</i> 26), S.&nbsp;323–331.</li>
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<li>Marius Pasetti: Wer fürchtet sich vor dem Herrn Karl – ein geschaffter Skandal? In: Kulturgeschichten. wien 23/2, S. 60–61.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://oe1.orf.at/artikel/211168">Zusammenfassung ORF-Feature über das "Gutruf" und Hannes Hoffmann</a></li>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.klausrott.at/DER_HERR_KARL_in_vier_Minuten.html">"Der Herr Karl" (Film mit Klaus Rott)</a> Szenencollage</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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